brand eins Thema Unternehmensberater · 2025
Geopolitik: It's the politics, stupid.
Felix Kleiner zur wachsenden Bedeutung geopolitischer Analyse in der Strategieberatung des industriellen Mittelstands.
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Pangea Intelligence ist eine in Wien ansässige Plattform für Supply Chain Risk Intelligence. Pangea unterstützt produzierende Mittelstandsunternehmen im DACH Raum dabei, geopolitische, regulatorische und operative Risiken in ihrer Lieferkette frühzeitig zu erkennen, quantitativ zu bewerten und in operative Resilienz zu überführen.
Pangea Intelligence ist eine in Wien ansässige Plattform für Supply Chain Risk Intelligence. Pangea unterstützt produzierende Mittelstandsunternehmen im DACH Raum dabei, geopolitische, regulatorische und operative Risiken in ihrer Lieferkette frühzeitig zu erkennen, quantitativ zu bewerten und in operative Resilienz zu überführen. Die Plattform kombiniert ein Echtzeitfrühwarnsystem für Lieferantenstörungen, geopolitische Risiken und Rohstoffvolatilität mit quantitativer Szenarioanalyse und strukturiertem Kompetenzaufbau im Unternehmen. Pangea Intelligence wurde 2025 von Felix Kleiner gegründet und richtet sich primär an mittelständische Hersteller in Maschinenbau, Automotive und Pharma.
Softwareprogramme sind hilfreich, für Mittelständler aber oft zu teuer oder komplex. Was also macht ein Unternehmen, das seinen Geschäften fernab internationaler Märkte nachgeht, mit diesen aber direkt oder indirekt verbunden ist?
Die Accilium GmbH mit Sitz in Wien unterstützt primär Unternehmen im Mobilitätsökosystem, erklärt einer ihrer Experten, der Berater Felix Kleiner. Gleichzeitig liegt im Bereich des geopolitischen Risikomanagements ein besonderer Fokus auf KMU im produzierenden Gewerbe, die an globalen Lieferketten hängen und oft keine umfassenden Tools zur Überwachung und Optimierung nutzen können.
Für diese Unternehmen seien die Herausforderungen durch Lieferschwierigkeiten oder Preisanstiege oft besonders groß. „Die Marktmacht der KMU ist viel geringer als die der Konzerne. Sie können nicht auf Hunderte Alternativen zurückgreifen und willkürlich die Zulieferer wechseln. Sie sind auf Loyalität angewiesen“, weiß Kleiner.
Das größte Problem ist auch bei den KMU die Transparenz. Die Unternehmen wissen meist gar nicht, wie ihre Lieferkette überhaupt aussieht, wer die Zulieferer der Zulieferer sind, in welchen Regionen der Welt Abhängigkeiten bestehen. „Wir treffen in diesen Fällen Annahmen anhand von Branchenstandards“, sagt Kleiner. Das helfe, zunächst ein besseres Gefühl für die Gesamtsituation zu bekommen.
Die 140 Mitarbeiter von Accilium konzentrieren sich bewusst auf wenige Branchen. „Wir machen nicht alles“, sagt Kleiner. Zu den Fokusfeldern zählen Automotive, Energie, Mobilität sowie der öffentliche Sektor. „Hier unterstützen wir unsere Kunden dabei, geopolitische Ereignisse zu quantifizieren und deren Auswirkungen auf die Lieferketten abzubilden“, so Kleiner.
Ein wichtiges Werkzeug ist ein KI-basiertes Frühwarnsystem. Es schätzt die Sicherheitslage in der Welt ein und lässt sich mit den Daten zu den Lieferketten der Unternehmen verknüpfen. Bezieht ein Hersteller etwa Teile aus Peru, wo sich vielleicht Unruhen andeuten, warnt das System vor.
Das Tool mit dem Namen „Pangea Analytix“ entwickelte Accilium als Power-BI-Dashboard-Anwendung von Microsoft. Die individuelle Konfiguration wird auf Basis eines Fragebogens vorgenommen. Die Software produziert sowohl kostenfreie als auch kostenpflichtige Indizes, aus denen Algorithmen Risikobewertungen zu unterschiedlichen Parametern berechnen, etwa zu Value Streams, Risk Scores und Alerts.
Das System lässt sich mit Excel-Tabellen speisen, individuell konfigurieren und um Nachhaltigkeitsaspekte erweitern.
Für seine Analysen fahndet Felix Kleiner vor allem nach Komponenten, die besonders teuer und schwer zu ersetzen sind. Denn die sind die Achillesfersen der Lieferkette. „Für diese Teile ermitteln wir die globalen Abhängigkeiten, erstellen Risikoszenarien und suchen nach Alternativen anderer Hersteller“, sagt der Berater.
Zeigt sich ein Zulieferer bei dieser Recherche als ausgesprochen verlässlich, wird mit ihm diskutiert, dort noch mehr nachzufragen. Accilium übernimmt auf Nachfrage seiner Kunden auch die direkte Kommunikation mit den Zulieferern oder bietet Vorlagen für die Datenverarbeitung zur Abfrage von technischen Informationen an.
Exklusive Hintergrundinformationen aus den politischen Schaltzentralen der Welt sind für Nikolaus Lang nur ein Element der geopolitischen Beratung. Sein Arbeitgeber, die Boston Consulting Group (BCG), verspricht vor allem Handreichungen zum praktischen Handeln.
„Die Kunden wollen wissen, wie sie auf eine Situation am besten reagieren“, sagt Lang. Er erlebt Geopolitik als Herausforderung, für die sich CEOs oft nicht gerüstet fühlen. Zu diesem Schluss kommt er nach Gesprächen mit mehr als 700 Unternehmenslenkern weltweit.
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