Brasilien vor der Stichwahl: Was der 25. Oktober für europäische Lieferketten und Werke entscheidet
vonDr. Matheus de Freitas Cecílio & Felix Kleiner
Dr. Matheus de Freitas CecílioSão Paulo, Brasilien
Matheus de Freitas Cecílio analysiert Sanktionen, KYC und Kreditrisiken bei Danske Commodities und ist Research Analyst bei Eurasia Strategy Insights. Er hat an der UFRJ in Internationaler Politischer Ökonomie promoviert, mit einer Arbeit über Chinas Entwicklungsmodell und sein Verhältnis zu den USA.
Felix KleinerWien, Österreich
Felix Kleiner leitet Pangea Intelligence und schreibt darüber, wie Geopolitik auf Lieferketten durchschlägt. Seine Analysen beleuchten kritische Abhängigkeiten, Nearshoring-Dynamiken und die strategischen Implikationen globaler Risikoereignisse.
Oktober 2026/27 Min. Lesezeit/Datenstand 5. Oktober 2026/
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Brasilien hat am 4. Oktober gewählt. Flávio Bolsonaro kam auf 47,0 Prozent der gültigen Stimmen, Lula auf 45,2. Die Hälfte hat keiner erreicht, am 25. Oktober gehen beide in die Stichwahl. Wer in Europa Kaffee, Sojaschrot, Eisenerz oder Ferroniob einkauft, und wer in São Bernardo, Curitiba oder Joinville ein Werk betreibt, plant das Jahr 2027 damit noch drei Wochen lang gegen zwei mögliche Regierungen. Am Exportkorb ändert das wenig, weil er an Lagerstätten und Anbauflächen hängt und seit 2000 jeden Regierungswechsel überstanden hat. Von der Stichwahl hängt ab, wie weit kritische Rohstoffe im Land verarbeitet werden, ob die Zollmauer nach Washington fällt, wie viel politische Deckung die Ratifizierung von EU-Mercosur noch hat und ob die 40-Stunden-Woche kommt. Diese vier Fragen bestimmen, was ein Lieferant in Minas Gerais 2028 kostet und unter welchen Auflagen er liefert, und was eine eigene Schicht in São Paulo kostet.
Luiz Inácio Lula da Silva80, Arbeiterpartei PT, Präsident seit 2023
Flávio Bolsonaro45, Liberale Partei PL, Senator für Rio de Janeiro
Zwischen diesen beiden entscheidet die Stichwahl am 25. Oktober. Fotos: Ricardo Stuckert, offizielle Aufnahme vom 8. August 2026 (CC BY-SA 4.0), und Ton Molina / Agência Senado, 30. April 2026 (CC BY-SA 4.0).
01
Was die Wahl nicht ändert
Im Jahr 2000 gingen 24 Prozent der brasilianischen Exporte in die Vereinigten Staaten und zwei Prozent nach China. Im ersten Halbjahr 2026 nahm China 31,5 Prozent ab, die USA 9,4 Prozent, den niedrigsten Wert seit Beginn der Datenreihe 1997.1,2 In diese 26 Jahre fallen fünf Präsidenten, eine Amtsenthebung, ein Putschversuch und ein Handelskrieg, und über alle diese Einschnitte hinweg läuft die Verschiebung der Exportanteile im gleichen Tempo weiter.
Wohin Brasilien exportiert: 2000 und erstes Halbjahr 2026
Anteil an den brasilianischen Gesamtexporten. Quellen: UN Comtrade und WITS für 2000, Amcham Brasil auf Basis der MDIC-Daten für das erste Halbjahr 2026.1,2
Die Währungsstabilisierung der 1990er Jahre beendete die Hyperinflation und wertete den Real auf, die brasilianische Industrie verlor an Boden, und in dieselben Jahre fiel Chinas Industrialisierung mit ihrem Bedarf an Eisenerz, Öl und Soja. Brasilien spezialisierte sich auf das, was Peking brauchte. 2025 nahm China 77 Prozent der brasilianischen Sojaexporte ab und 67 Prozent des Eisenerzes.3 Chinesisches Kapital folgte den Handelsströmen: 6,1 Milliarden US-Dollar Direktinvestitionen im Jahr 2025, 45 Prozent mehr als im Vorjahr; nach der Zählung des Wirtschaftsrats CEBC bleibt Brasilien damit das größte Zielland chinesischer Direktinvestitionen.4 Der Bergbau verdreifachte seinen Anteil, die Autoindustrie kam mit knapp 16 Prozent auf Rang drei.
Von 2002 bis 2014 stand in jeder Stichwahl die Arbeiterpartei PT gegen die sozialdemokratische PSDB, ein berechenbares Duell; die Wirtschaft wuchs von 2000 bis 2014 um 3,4 Prozent im Jahr.5 2014 gewann Dilma Rousseff mit 51,6 Prozent, die Korruptionsermittlungen der Lava Jato trafen Petrobras und die PT, 2016 folgte die Amtsenthebung, 2018 Lulas Haft und der Wahlsieg Jair Bolsonaros, eines ehemaligen Hauptmanns mit offener Sympathie für die Militärdiktatur. Das Jahrzehnt seit 2015 brachte 0,9 Prozent Wachstum im Schnitt, ein zweites verlorenes Jahrzehnt nach dem der 1980er.
2000 bis 2014
3,4 %
Wachstum pro Jahr, PT gegen PSDB
2015 bis 2024
0,9 %
Wachstum pro Jahr, Lava Jato bis Bolsonaro
China-Anteil H1 2026
31,5 %
der Exporte, unter jeder Regierung gestiegen
Weltbank, BIP-Wachstum Brasilien (NY.GDP.MKTP.KD.ZG), Jahresdurchschnitte 2000 bis 2014 und 2015 bis 2024; Amcham Brasil / MDIC
Bolsonaro regierte vier Jahre mit scharfer Rhetorik gegen Peking, und die Handelsdaten verzeichnen keinen Bruch. Der Sojaanteil Chinas stieg weiter, die Investitionen ebenso, weil das Agrobusiness, seine eigene Basis, den chinesischen Markt braucht. Im September 2025 verurteilte ihn der Oberste Gerichtshof wegen des Putschversuchs nach der Wahl 2022 zu 27 Jahren Haft, seit März 2026 verbüßt er die Strafe aus gesundheitlichen Gründen im Hausarrest.6 Von dort aus entscheidet er weiterhin, wer im rechten Lager kandidieren darf.
Jair Bolsonaro im Juli 2025 im Nationalkongress, zwei Monate vor dem Urteil des Obersten Gerichtshofs. Foto: Senado Federal (CC BY-SA 4.0).
Die beiden Kästen trennen, was unabhängig vom Ausgang bleibt, von dem, was am Wahlergebnis hängt.
Bleibt, wer auch gewinnt
Soja, Eisenerz, Öl, Tierprotein und Kaffee als Exportbasis. China als größter Abnehmer und wachsender Investor. Vale, Petrobras und JBS als Lieferanten. Die Kostenvorteile bei Fläche, Wasser und Erzgehalt, die von der Regierungspolitik unabhängig sind.
Hängt am 25. Oktober
Die Verarbeitungstiefe bei kritischen Rohstoffen und wer die Abnahme bekommt. Die Eigentümer von Petrobras und Banco do Brasil. Der Zollpfad mit Washington und damit die Umlenkung von Volumen nach Europa. Das politische Klima für die Ratifizierung von EU-Mercosur.
02
Seltene Erden
Brasilien hält mit 21 Millionen Tonnen die zweitgrößten Reserven an Seltenen Erden der Welt, hinter China mit 44 Millionen Tonnen.7 Gefördert wird davon fast nichts. 2024 exportierte das Land 20 Tonnen Seltenerdverbindungen, während die Weltförderung bei 390.000 Tonnen lag. Die erste kommerzielle Mine, Serra Verde in Goiás, läuft seit 2024 und will 2026 auf 5.000 Tonnen Oxid im Jahr kommen.8 Die Vorkommen in Goiás, Minas Gerais und Bahia liegen in Ionentonen, die reich an schweren Seltenen Erden wie Dysprosium und Terbium sind, also an den Elementen, bei denen Europa heute ohne chinesische Trennanlagen nicht auskommt.
Zweitgrößte Reserven, fast keine Förderung
Reserven nach USGS Mineral Commodity Summaries 2026, Förderung 2024 nach USGS, Brasilien nach Exportstatistik. Serra Verde nach Unternehmensangaben.7,8
Diese Lücke wollen beide Lager schließen, und zwar mit Verarbeitung im Land. Am 16. September 2026 unterzeichnete Lula die Nationale Politik für kritische und strategische Mineralien, die neben Seltenen Erden auch Lithium und Niob namentlich erfasst. Ein Rat im Präsidialamt prüft künftig Eigentümerwechsel und internationale Abnahmeverträge, kann Exportbedingungen an die Verarbeitungstiefe knüpfen und verlangt von den Unternehmen Angaben zu Ziel, Endabnehmer und Verarbeitungsgrad. Die fünf Milliarden Real an Steuergutschriften beginnen erst 2030 und laufen bis 2034, dazu kommt ein Garantiefonds über zwei Milliarden Real.9 Die Prüfrechte des Rates gelten dagegen ab Inkrafttreten. Wer 2027 einen Abnahmevertrag über brasilianisches Konzentrat unterschreibt, verhandelt unter dem neuen Regime, während im Land noch keine Trennkapazität steht.
Flávio Bolsonaro hält ebenfalls an der Verarbeitung im Land fest und richtet die Abnahme auf die USA aus. Partnerschaften zwischen Brasilien und den USA bei Seltenen Erden könnten die amerikanische Abhängigkeit von chinesischen Trennanlagen verringern, so seine Position gegenüber Foreign Policy.10 Ein Papier aus seinem Umfeld, im März 2026 unter seinem Kampagnenlogo für das von Vizepräsident Vance mitgegründete Rockbridge Network verfasst, wurde Mitte September öffentlich: kein Export unverarbeiteten Erzes, ein paralleles Versorgungssystem mit den USA, bis zu 100 Milliarden US-Dollar Investitionen in zehn Jahren. Der Verfasser sagt, das Papier sei nie an amerikanische Stellen gegangen.11
Kein brasilianischer Präsident wird sich von China entkoppeln, dafür ist der Absatz bei Soja und Erz zu groß. Offen ist, wer das Oxid abnimmt, sobald Brasilien selbst trennen kann.
Dr. Matheus de Freitas CecílioSão Paulo
Wer künftig Oxid aus Goiás kaufen will, verhandelt entweder mit einem Rat im Präsidialamt oder mit einem Vertragspartner, der eine Abnahmezusage an Washington unterschrieben hat. Nach Zählung der EZB stehen mehr als 80 Prozent der großen europäischen Unternehmen höchstens drei Lieferstufen von einem chinesischen Seltenerd-Lieferanten entfernt.12 An dieser Zahl ändert Brasilien in dieser Dekade wenig, denn Serra Verde bliebe auch im Zielbetrieb bei knapp über einem Prozent der Weltförderung.
Tagebau, Symbolbild. Die brasilianischen Vorkommen liegen in Ionentonen, die im Tagebau gewonnen und vor Ort ausgelaugt werden. Video: Pexels.
03
Zwei Lager, eine Stichwahl
Im ersten Wahlgang am 4. Oktober kam Flávio Bolsonaro auf 47,03 Prozent der gültigen Stimmen, Lula auf 45,16, Cury, Santos, Caiado und Zema zusammen auf 7,6, bei einer Wahlbeteiligung von 78,9 Prozent. Alle vier Institute der Tabelle unten hatten Lula im ersten Wahlgang vorn gesehen, mit einem bis fünf Punkten Vorsprung, und die vier Ausgeschiedenen kamen bei Datafolha zusammen noch auf elf Prozent der Befragten. Zwischen den beiden Erstplatzierten liegen 1,87 Punkte; Flávio Bolsonaro fehlen bis zur Hälfte 2,97 Punkte, Lula 4,84. Umfragen aus der Zeit nach dem Wahlgang liegen noch nicht vor. Die letzten davor sahen die Stichwahl bei Datafolha 48 zu 45 für Lula bei zwei Punkten Fehlermarge, bei Quaest 42 zu 42 und bei AtlasIntel 47,7 zu 47,6 für Flávio.13 Die Ablehnungswerte beider Kandidaten lagen bei Quaest Ende September jeweils bei 55 Prozent. Zugleich mit dem ersten Wahlgang hat Brasilien am 4. Oktober die Gouverneure, zwei Drittel des Senats und die gesamte Abgeordnetenkammer gewählt; jeder Bundesstaat hat dabei zwei Senatssitze besetzt statt eines.
Das Ergebnis vom 4. Oktober
Flávio BolsonaroPL
47,0 %
LulaPT
45,2 %
Augusto CuryAvante
2,9 %
Renan SantosMissão
2,2 %
Ronaldo CaiadoPSD
2,2 %
Romeu ZemaNovo
0,3 %
Gültige Stimmen im ersten Wahlgang nach TSE, Stand 5. Oktober 2026, 99,99 Prozent der Wahlurnen ausgezählt. Die übrigen sechs Kandidaturen kamen zusammen auf 0,2 Prozent. Balkenlänge relativ zum Spitzenwert. Fotos: Tribunal Superior Eleitoral (CC BY 4.0), Lula: Ricardo Stuckert (CC BY-SA 4.0).13
Institut, Feldzeit
Erster Wahlgang
Stichwahl
Datafolha, 28.9. bis 1.10.
Lula 42, Flávio 38
Lula 48, Flávio 45
AtlasIntel, 23. bis 28.9.
Lula 45,3, Flávio 42,2
Flávio 47,7, Lula 47,6
Quaest, 24. bis 27.9.
Lula 39, Flávio 34
42 zu 42
Meio/Ideia, 25. bis 28.9.
Lula 39,4, Flávio 38,4
Lula 48,5, Flávio 48,0
Angaben in Prozent der Befragten, Stichwahl jeweils Lula gegen Flávio Bolsonaro. Alle vier Erhebungen liegen vor dem ersten Wahlgang, in dem Flávio Bolsonaro 47,0 und Lula 45,2 Prozent der gültigen Stimmen erreichten.13
Die Stichwahl entscheiden die Wähler der vier stärksten Kandidaten, die am 4. Oktober ausgeschieden sind: Augusto Cury, ein Bestsellerautor ohne politische Vergangenheit; Renan Santos, 42, Mitgründer der Bewegung MBL, die 2016 die Amtsenthebung Rousseffs auf die Straße trug; Ronaldo Caiado, bis zu seiner Kandidatur Gouverneur von Goiás und die Stimme des Agrobusiness im Centro-Oeste; und Romeu Zema, der Minas Gerais regiert hat und mit dem Partido Novo für einen ausgeglichenen Haushalt und breite Privatisierung steht.19 Zema hat am Wahlabend erklärt, er stehe in der Stichwahl gegen die PT; Santos und Cury unterstützen keinen der beiden, und Caiado will sich erst nach einem Gespräch mit PSD-Chef Gilberto Kassab festlegen.13 Nexus hat Ende August für BTG Pactual ihre Wähler selbst gefragt. Bei allen vier liegt Flávio vorn, am deutlichsten bei Renan Santos, und knapp ein Fünftel bis gut ein Viertel will leer oder ungültig wählen oder ist noch unentschieden.13
Wohin die Stimmen der Ausgeschiedenen gehen
Augusto Cury
2,9 %50 zu Flávio, 23 zu Lula, 27 leer, ungültig oder offen
Renan Santos
2,2 %69 zu Flávio, 12 zu Lula, 19 leer, ungültig oder offen
Ronaldo Caiado
2,2 %46 zu Flávio, 27 zu Lula, 27 leer, ungültig oder offen
Romeu Zema
0,3 %51 zu Flávio, 31 zu Lula, 18 leer, ungültig oder offen
zu Flávio Bolsonarozu Lulaleer, ungültig oder unentschieden
Zahl links: Anteil im ersten Wahlgang nach TSE, Stand 5. Oktober 2026, 99,99 Prozent der Wahlurnen ausgezählt. Balken: Stichwahl-Präferenz der jeweiligen Wähler nach Nexus für BTG Pactual, 28. bis 30. August 2026, 2.005 Befragte.13
Legt man diese Aufteilung auf den ersten Wahlgang, kommt Flávio Bolsonaro auf 51,2 Prozent und Lula auf 46,8; 1,8 Punkte bleiben ohne Zuordnung. Die Rechnung ist ein Überschlag, denn die Aufteilung stammt aus dem August und beruht auf den Teilgruppen einer Umfrage mit 2.005 Befragten. Nicht in ihr enthalten sind die 33,5 Millionen Wahlberechtigten, die am 4. Oktober nicht abgestimmt haben, und die 6,0 Millionen leeren und ungültigen Stimmen; zwischen den beiden Erstplatzierten liegen 2,2 Millionen Stimmen.
Überschlag für die Stichwahl
Flávio Bolsonaro
51,2 %47,03 im ersten Wahlgang, plus 4,13 von den Ausgeschiedenen; 1,2 über der Hälfte
Lula
46,8 %45,16 im ersten Wahlgang, plus 1,61 von den Ausgeschiedenen; zur Hälfte fehlen 3,2
Rechnung der Autoren. Kräftiger Balken: Anteil im ersten Wahlgang nach TSE, Stand 5. Oktober 2026, 99,99 Prozent der Wahlurnen ausgezählt. Heller Balken: Stimmen von Cury, Santos, Caiado und Zema, verteilt nach Nexus für BTG Pactual vom August 2026. Die volle Breite entspricht 55 Prozent, der Strich markiert die Hälfte. Nicht enthalten sind die sechs kleinsten Kandidaturen, die leeren und ungültigen Stimmen, die Nichtwähler des ersten Wahlgangs und jede Wanderung zwischen den beiden Lagern.13
Was der Sieger am 25. Oktober davon umsetzen kann, hat sich am 4. Oktober mitentschieden, denn an diesem Tag wurden die gesamte Abgeordnetenkammer und zwei Drittel des Senats neu gewählt. Nach der vorläufigen Sitzzuteilung stellt die PL künftig 121 der 513 Abgeordneten, 22 mehr als nach der Wahl 2022, und 28 der 81 Senatoren; die PT-Föderation kommt mit PDT, PSB und PSOL-Rede auf 124 Abgeordnete, die PT im Senat auf neun Sitze. Zur absoluten Mehrheit in der Kammer fehlen damit beiden Lagern mehr als 130 Stimmen aus den übrigen Parteien. Eine Verfassungsänderung braucht in beiden Häusern drei Fünftel in zwei Abstimmungsrunden, 308 Abgeordnete und 49 Senatoren. Ein Verkauf der Kontrolle über Petrobras oder Banco do Brasil braucht nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs von 2019 ein Gesetz des Kongresses.37 Wie eng das wird, hat die Abstimmung über das Ende der 6x1-Regel gezeigt. Die Kammer nahm die Änderung im Mai mit 472 zu 22 Stimmen an, im Senat zählte die Regierung Anfang September 53 Stimmen bei 49 nötigen, und das Plenum kam trotzdem nicht zur Abstimmung, weil die Opposition unter Führung von Flávio Bolsonaro die Sitzung blockierte. Die Abstimmung wurde auf die Zeit nach dem ersten Wahlgang verschoben und steht weiter aus, einen Termin gibt es nicht.14
Was der Kongress erlaubt: Sitze gegen Hürden
Abgeordnetenkammer513 Sitze
Senat81 Sitze
PT-Föderation, PDT, PSB, PSOL-RedeCentrão und übrigePL
Sitze nach der Wahl vom 4. Oktober 2026. Kammer nach der Sitzzuteilung des Wahlgerichts TSE vom 5. Oktober 2026, die für Amazonas, Minas Gerais und São Paulo noch nicht als endgültig gemeldet war; Senat nach der Zählung von CNN Brasil aus den 54 neu gewählten und den 27 bis Anfang 2031 laufenden Mandaten; im Senat sind nur PT und PL einzeln ausgewiesen.38 Hürden nach Art. 60 und 69 der Verfassung.
Für einen europäischen Abnehmer unterscheiden sich die beiden Lager bei der Kontrolle über die Abnahme kritischer Rohstoffe und bei der Frage, ob die Zollmauer in die USA fällt. Für ein Werk in Brasilien kommt die Arbeitszeit dazu und die Frage, wer sie im Senat durchbringt.
Lager 01
Lula da Silva
Vierte Amtszeit, siebte Kandidatur: staatlich geführte Industrie und ein chinesischer Kundenstamm+Kapitel öffnen
Lula tritt mit 80 Jahren an und wirbt mit messbaren Ergebnissen. Einkommen bis 5.000 Real im Monat sind seit 2026 steuerfrei, die Arbeitslosigkeit steht auf einem historischen Tief, und das Ende der Sechs-Tage-Woche, der sogenannten 6x1-Regel, hat die Abgeordnetenkammer im Mai beschlossen und der Justizausschuss des Senats am 2. September gebilligt; die Abstimmung im Plenum steht noch aus.14 Gegen ihn steht der Antipetismo, die Ablehnung der PT bei rund der Hälfte der Wähler seit Lava Jato und Haft. Seit dem Sommer ermittelt außerdem die Bundespolizei unter Aufsicht des Obersten Gerichtshofs gegen seinen Sohn Fábio, genannt Lulinha, und die Lobbyistin Roberta Luchsinger wegen des Verdachts auf Einflussnahme und Geldwäsche. Die Verteidigung weist die Vorwürfe zurück, eine Anklage gibt es nicht.15 In den Umfragen vor dem Wahlgang hat das einen Punkt bewegt.
Eine vierte Amtszeit verlängert Nova Indústria Brasil, das 2024 aufgelegte Industrieprogramm, mit dem Schwerpunkt auf Verarbeitung im Land und dem neuen Rat für kritische Mineralien. Chinesische Hersteller bauen auf diese Politik: BYD hat im Werk Camaçari in Bahia im Juli 2026 das hunderttausendste Fahrzeug gebaut, und sieben von zehn Elektroautos in Brasilien tragen heute das BYD-Logo.16 Mit Washington bliebe es beim Konflikt. Seit dem 22. Juli 2026 gelten 25 Prozent Zoll nach Section 301 plus 12,5 Prozent aus dem Regime gegen Zwangsarbeit, zusammen 37,5 Prozent auf alles, was nicht auf der Ausnahmeliste steht; Kaffee, Rindfleisch, Orangensaft und Flugzeuge stehen darauf.17 Für die Ratifizierung von EU-Mercosur wirbt Lula in Europa offen.
Für den Einkauf: Petrobras und Banco do Brasil bleiben in Staatsbesitz, Gegenpartei und Finanzierung ändern sich also nicht. Chinesische Werke in Brasilien wachsen weiter, und weil der Zollpfad in die USA versperrt bleibt, kommt weiter Volumen nach Europa.
Für das Werk: Die 40-Stunden-Woche kommt, die Abstimmung im Senat steht noch aus, und sie kostet nach Ipea knapp acht Prozent je Arbeitsstunde. Finame-Kredit und Nova Indústria Brasil laufen weiter, Mercadante bleibt an der Spitze der BNDES. Die Schuldenquote steigt mit dem bestehenden Fiskalrahmen weiter, der Markt rechnet mit einem schwächeren Real als unter Flávio, also mit weniger Euro je Real-Gewinn und billigerem Export aus Brasilien. BYD, GWM und Chery lokalisieren weiter und suchen Zulieferer vor Ort.
Lager 02
Flávio Bolsonaro
Der Sohn als Kandidat: ein Zollabkommen mit Washington, Petrobras auf der Verkaufsliste+Kapitel öffnen
Der älteste Sohn des Ex-Präsidenten, Senator für Rio de Janeiro, hat sich das Lager gesichert. Den Vortritt verschaffte ihm der Vater aus dem Hausarrest, gegen die Ambitionen seiner Stiefmutter Michelle. Dazu kommt die Zusage einer Begnadigung für den Vater und die Beteiligten des 8. Januar 2023. Sein Programm umfasst Haushaltskonsolidierung, Privatisierung, wobei Petrobras und Banco do Brasil die naheliegenden Kandidaten sind, ein sofortiges Freihandelsabkommen mit den USA, den Beitritt zu Trumps Shield of the Americas und den Ausschluss des Zahlungssystems PIX aus nicht-westlichen Verrechnungssystemen.10 Gegenüber China gibt sich die Plattform pragmatisch. Unter dem Vater blieben Sojaexporte und chinesische Investitionen trotz der Rhetorik stabil; nach seinen Angriffen auf Peking stockten Anfang 2021 aber wochenlang die Lieferungen von Impfstoff-Wirkstoff aus China.
Seit dem 11. September ermittelt der Oberste Gerichtshof gegen ihn im Fall Banco Master: Verdacht auf Korruption, Geldwäsche und Steuerhinterziehung im Umfeld des Bankiers Daniel Vorcaro, dessen Betrugsfall die Bundespolizei auf 2,3 Milliarden US-Dollar schätzt. Flávio sagt, er habe nichts zu verbergen.18
Für den Einkauf: Petrobras, Banco do Brasil und staatliche Versorger als Privatisierungskandidaten, also neue Eigentümer bei Lieferanten und Finanzierungspartnern. Ein Zollkompromiss mit Washington zieht Zucker, Stahl, Schuhe und Landmaschinen zurück in den US-Markt und beendet die Umlenkung nach Europa. Chinesische Investitionen, von BYD bis zum Bergbau, geraten unter Prüfung. Die Seltenen Erden gehen in Richtung USA.
Für das Werk: Die 40-Stunden-Woche hängt an einem Senat, in dem er selbst die Abstimmung blockiert hat; sein Gegenvorschlag verlagert die Arbeitszeit in die Verhandlung je Betrieb. Subventionierter Kredit aus dem Tesouro bekommt eine Obergrenze, damit auch Finame. Die Devisenmärkte preisen einen stärkeren Real ein, das heißt mehr Euro je Real-Gewinn und teureren Export aus Brasilien. Petrobras und Banco do Brasil kommen auf die Verkaufsliste, aber nur mit einem Gesetz, das 257 Abgeordnete braucht. Die Zollstaffel auf E-Autos bleibt ein Beschluss der Gecex, chinesische Werke bleiben, ihre Erweiterungen kommen unter Prüfung.
Was sich für europäische Abnehmer und Werke verschiebt
Beschaffungsthema
Lula
Flávio Bolsonaro
Wer aus Brasilien bezieht
Eisenerz, Soja, Tierprotein, Öl
Bleibt. Anbaufläche und Erzgehalt ändern sich mit keiner Regierung.
Bleibt. Das Agrobusiness ist seine Basis.
Seltene Erden, kritische Rohstoffe
Oxid statt Erz. Der Rat in Brasília prüft jeden Abnahmevertrag, Europa in zweiter Reihe.
Neue Schuldenregel, Primärüberschuss. Markt preist stärkeren Real, Goldman 4,50 bis 4,80 je Dollar.
Chinesische Werke als Nachbarn (BYD, GWM, Chery)
Lokalisieren weiter, der 35-Prozent-Zoll zwingt sie. Neue Abnehmer für Zulieferer, neue Konkurrenz für OEM-Kunden.
Werke bleiben, Erweiterungen unter Prüfung. Die Zollstaffel ist ein Beschluss der Gecex und steht in keinem Programm.
Bessere Konditionen für europäische UnternehmenSchlechtereEigentümer- oder RegelwechselUnverändert
Wählen Sie ein Lager, um die Spalte hervorzuheben.
Einschätzung der Autoren, Stand 5. Oktober 2026. Die Zeilen sind nach Relevanz für Einkäufer und Werksleiter im DACH-Raum ausgewählt.
04
Wer in Brasilien produziert
Rund 1.600 Unternehmen mit deutschem Kapital produzieren oder verkaufen in Brasilien und stehen für etwa ein Zehntel der industriellen Wertschöpfung des Landes; die Bundesbank zählt 675 brasilianische Töchter deutscher Investoren mit 246.000 Beschäftigten und 65 Milliarden Euro Umsatz.39 Die EU hält mit 276 Milliarden Euro den größten Bestand an Direktinvestitionen in Brasilien, Österreich ist mit rund hundert eigenen Niederlassungen vertreten, 35 davon mit Produktion. Der Schwerpunkt liegt im Industriegürtel von Minas Gerais bis Rio Grande do Sul: die ABC-Region um São Paulo, wo Volkswagen seit 1957 baut, Campinas und Sorocaba, Curitiba als drittgrößter Automobilcluster des Landes, Joinville mit Metall- und Automatisierungsindustrie. Dieser Gürtel hat 2022 bis auf Minas Gerais Bolsonaro gewählt. Im ersten Wahlgang am 4. Oktober lag Flávio Bolsonaro in allen sechs Bundesstaaten dieses Gürtels vorn. In São Paulo kam er auf 51,9 Prozent der gültigen Stimmen gegen 38,2 für Lula, in Minas Gerais auf 48,2 gegen 43,3. Über die Hälfte kam Lula nur im Nordosten, wo er alle neun Bundesstaaten gewann, Bahia mit 66,2 zu 28,5 Prozent, und dort steht seit 2025 das Werk von BYD.34
Wo europäische Industrie in Brasilien steht, und wie dort gewählt wurde
Cluster mit europäischen WerkenChinesisches AutowerkRohstoffförderungSeehafenLulaBolsonaro-Lager
Fläche: Sieger je Bundesstaat, TSE, erster Wahlgang vom 4. Oktober 2026. Umrisse: IBGE. Standorte: Auswahl der Autoren nach den Werksstandorten europäischer Hersteller und Zulieferer, der Werke von BYD, GWM und Caoa Chery sowie der Förderung von Niob, Seltenen Erden und Eisenerz.34,35
Für ein Werk in diesem Gürtel entscheidet die Stichwahl über vier Posten der Kostenrechnung.
Die Arbeitszeit
Die Abgeordnetenkammer hat am 27. Mai mit 472 zu 22 Stimmen beschlossen, die 6x1-Regel abzuschaffen. Die Wochenarbeitszeit sinkt von 44 auf 40 Stunden an fünf Tagen mit zwei bezahlten Ruhetagen, ohne Lohnkürzung. Zwei Monate nach der Verkündung gelten 42 Stunden, zwölf Monate später 40. Ausgenommen sind Beschäftigte, die schon unter 40 Stunden liegen, Akademiker mit Gehältern über dem Zweieinhalbfachen der Beitragsbemessungsgrenze und die 12-Stunden-Schichten in Gesundheit, Sicherheit und Transport; Tarifverträge dürfen in der 42-Stunden-Phase längere Tage zulassen, damit die Fünf-Tage-Woche hält.14 Der Industrieverband CNI rechnet mit Mehrkosten von bis zu 11,1 Prozent der Lohnsumme in der Industrie, zwischen 58 und 88 Milliarden Real im Jahr; das Forschungsinstitut Ipea kommt auf 7,8 Prozent höhere Arbeitskosten und weniger als ein Prozent der Betriebskosten in Industrie und Handel.40 Für ein Werk mit 300 Leuten in Joinville ist das die Differenz zwischen Überstunden und einer weiteren Schicht, und sie fällt binnen 14 Monaten an.
Von 44 auf 40 Stunden: der Fahrplan der Verfassungsänderung
Kammer, 27. Mai 2026
472 : 22
Stimmen in der ersten Runde
Ipea
+7,8 %
Arbeitskosten je Stunde
CNI, Industrie
bis 11,1 %
der Lohnsumme, 58 bis 88 Mrd. Real im Jahr
PEC 221/2019 in der Fassung der Abgeordnetenkammer vom 27. Mai 2026; Schätzungen von Ipea (Februar 2026) und CNI (Februar 2026).14,40
Im Senat hat der Justizausschuss den Text am 2. September gebilligt. Die Regierung zählte für das Plenum 53 Stimmen bei 49 nötigen, die Opposition verließ den Saal, und Flávio Bolsonaro, selbst Senator, führte die Blockade. Er legt sich bis heute nicht fest und wirbt für eine eigene Verfassungsänderung, nach der die Arbeitszeit zwischen Betrieb und Belegschaft verhandelt wird. Lula hat die 40 Stunden in sein Regierungsprogramm geschrieben. Der Senatspräsident hat die Abstimmung auf die Zeit nach dem ersten Wahlgang gelegt, einen Termin gibt es noch nicht.14 Mit Lula im Planalto kommen die 40 Stunden. Unter Flávio hängt der Zeitplan an einem Senat, dessen 54 neue Sitze ebenfalls am 4. Oktober vergeben wurden.
Real, Zins und die Schuldenquote
Die Bruttoschuld des Staates lag im August bei 82,9 Prozent der Wirtschaftsleistung, dem höchsten Stand seit März 2021, die Zinslast bei 8,7 Prozent des BIP.41,42 Die Zentralbank hat den Leitzins am 16. September zum fünften Mal in Folge gesenkt, auf 13,75 Prozent; der Markt erwartet 13,50 zum Jahresende. Der Euro kostete am 1. Oktober 5,85 Real, nach einem Jahresmittel von 6,31 im vergangenen Jahr.36,41 Keines der beiden Programme behandelt die Schuldenlast konkret, so das Peterson Institute Ende September. Lula will den Fiskalrahmen von 2023 behalten und den Mindestlohn über der Inflation anheben. Flávio will ihn durch eine Regel ersetzen, die die Schuldenquote stabilisiert, dazu Primärüberschüsse, zehn Ministerien weniger und eine Obergrenze für subventionierten Kredit aus dem Finanzministerium.42 Die Devisenmärkte haben sich positioniert. Die Absicherung gegen einen schwächeren Real war Mitte September so billig wie seit Februar 2020 nicht, weil Händler bei einem Sieg Flávios eine Aufwertung erwarten. Goldman Sachs sieht den Dollar bei glaubwürdiger Fiskalpolitik zwischen 4,50 und 4,80 Real, bei einer Rückkehr der Fiskalprämie vom Dezember 2024 um 5,80; JPMorgan nennt für den negativen Fall 5,50 und für den positiven rund sechs Prozent Aufwertung.42
Für die Tochter in Brasilien wirkt der Kurs zweimal. Ein stärkerer Real erhöht den Euro-Wert der Erträge und der Bilanz und verteuert jedes Teil, das aus Brasilien exportiert wird; ein schwächerer Real tut beides umgekehrt. Die Spanne seit 2018 reicht von 3,92 bis 6,72 Real je Euro.
Was ein Werk in Euro wert ist: Real je Euro und Leitzins seit 2018
Banco Central do Brasil: PTAX Euro (Verkauf), Monatsmittel der Tageswerte, Januar 2018 bis 1. Oktober 2026; Selic-Zielsatz des Copom an den Änderungstagen.36
Die chinesischen Nachbarn
Seit dem 1. Juli 2026 gilt auf montierte Elektro- und Hybridautos ein Einfuhrzoll von 35 Prozent; für zerlegte Bausätze bleibt es bis Jahresende bei 14 Prozent, ab Januar 2027 gelten auch dort 35, abgefedert durch eine zollfreie Quote von 463 Millionen Dollar für sechs Monate.45 Die Staffel hat die chinesischen Hersteller ins Land geholt. BYD montiert seit Juli 2025 in Camaçari in Bahia, hat im Juli 2026 das hunderttausendste Fahrzeug gebaut, beschäftigt 5.500 Leute und will auf 10.000; die Kapazität soll von 150.000 auf 600.000 Fahrzeuge im Jahr steigen, bis Jahresende mit Presswerk, Karosseriebau und Lackiererei und mit 50 Prozent lokalem Anteil. GWM baut seit August 2025 in Iracemápolis bei São Paulo 50.000 Fahrzeuge im Jahr mit dem Ziel von 60 Prozent Lokalisierung; Caoa Chery verdoppelt Anápolis auf 160.000 und bringt Changan dazu.46 Im August hatten elektrifizierte Fahrzeuge 22 Prozent Anteil am Pkw-Markt, bei den Hybriden liegen BYD und GWM vor Toyota.
Drei chinesische Werke, Kapazität heute und Ziel, Fahrzeuge im Jahr
BYD, Camaçari (BA)
150.000Ziel 600.000; seit Juli 2025; Ziel 50 % lokaler Anteil bis Ende 2026
Caoa Chery, Anápolis (GO)
80.000Ziel 160.000; Ausbau läuft; mit Changan Ziel rund 200.000
GWM, Iracemápolis (SP)
50.000seit August 2025; Ziel 60 % Lokalisierung, dritte Schicht seit April
Kapazität heuteAngekündigtes Ziel
Unternehmensangaben und Fachpresse, Stand Juli bis September 2026; Einfuhrzoll nach Beschluss der Gecex vom 23. Juni 2026.45,46
Für einen europäischen Zulieferer in São Paulo sind die chinesischen Hersteller damit ein möglicher Kunde und zugleich ein Wettbewerber seiner bisherigen Kunden. BYD hat im August 2025 mit den Verbänden Sindipeças und Abipeças um Zulieferer geworben, 47 Betriebe nach Bahia geholt und verhandelt mit rund 150 weiteren; die erste Freigabe ging an Continental.46 Unter Lula läuft das weiter, der Zoll ist sein Instrument. Unter Flávio geraten chinesische Investitionen unter Prüfung; die Zollstaffel selbst steht in einem Beschluss der Außenhandelskammer Gecex und in keinem Wahlprogramm.
Kredit, Local Content und die Steuerreform
Wer in Brasilien eine Maschine verkauft, verkauft sie meist mit Finame-Kredit der Entwicklungsbank BNDES: bis zu zehn Jahre Laufzeit, zwei Jahre Karenz, Zins aus der Langfristrate TLP, deren fester Anteil im Oktober bei 8,12 Prozent liegt, plus 0,95 Prozent für die Bank und die Marge des Instituts vor Ort. Zugang hat nur, wer im Herstellerregister steht, und dafür müssen mindestens 50 Prozent des Produkts aus brasilianischer Wertschöpfung stammen, 30 Prozent allein aus der Stückliste.43 Die BNDES hat 2025 169,7 Milliarden Real ausgezahlt, 27 Prozent mehr als im Vorjahr, im ersten Halbjahr 2026 weitere 74,8 Milliarden; das Industrieprogramm Nova Indústria Brasil bekam im Juni 140 Milliarden Real zusätzlich bis Dezember, das Automobilprogramm Mover zahlt bis 2028 Steuergutschriften von 3,5 bis 4,1 Milliarden Real im Jahr an Hersteller, die im Land entwickeln und fertigen.43,44 Lula lässt BNDES-Präsident Mercadante im Amt und führt das Programm fort. Flávios Programm will subventionierten Kredit aus dem Tesouro deckeln und das Privatisierungsprogramm wieder aufnehmen. Ein Maschinenbauer, dessen Absatz in Brasilien an Finame hängt, verliert damit unter Flávio einen Teil seiner Finanzierungsseite.
Die Steuerreform läuft unabhängig vom Ergebnis. 2026 ist Testjahr mit 0,9 Prozent CBS und 0,1 Prozent IBS auf jeder Rechnung, 2027 ersetzt die CBS die Abgaben PIS und Cofins, von 2029 bis 2032 werden ICMS und ISS abgeschmolzen. Der Verwaltungsausschuss hat im Juli einen Referenzsatz von 27,91 Prozent für die Haushaltsplanung 2027 genannt, bei einer gesetzlichen Obergrenze von 26,5; den Satz legt der Senat fest. Das Split Payment, bei dem die Steuer direkt aus der Zahlung abgeführt wird, kommt für Geschäfte zwischen Unternehmen erst 2028.47 Von der Wahl hängt ab, wer den Verwaltungsausschuss besetzt und die Ausführungsregeln für den Übergang schreibt, während der Kalender im Gesetz steht.
Für die Komponenten, die eine Tochter aus Europa bezieht, gilt seit dem 1. Mai der erste Abbauschritt des EU-Mercosur-Abkommens, 1,3 bis 1,7 Punkte auf Maschinen, und zugleich die im Februar neu geordnete Zollstaffel auf Kapitalgüter mit 7,2, 12,6 und 20 Prozent. Welcher Satz greift, steht je Zolltarifnummer in Anhang 2-A-2 des Abkommens, und der Importeur braucht die Ursprungserklärung des europäischen Lieferanten.48
Bis zur Stichwahl bleiben drei Wochen, und die reichen, um das Budget 2027 zweimal zu rechnen, einmal mit 40-Stunden-Woche, Finame-Kredit und schwächerem Real und einmal mit offener Arbeitszeit, gedeckeltem Kredit und stärkerem Real.
Felix KleinerPangea Intelligence
Was ein Werksleiter daraus macht
ADie 40-Stunden-Woche in die Planung 2027 nehmen
Die Kammer hat mit 472 zu 22 Stimmen entschieden, und im Senat hatte die Regierung im September die nötigen Stimmen beisammen, nur kam die Sitzung nicht zustande. Wer die Personalplanung 2027 auf 44 Stunden rechnet, plant mit einer Regel, deren Ende nur noch an einem Abstimmungstermin hängt. In der Übergangsfrist von 14 Monaten lässt sich eine zusätzliche Schicht aufbauen, ein Neubau dauert länger.
BFiname-Register und Local Content vor dem 25. Oktober prüfen
Ein Produkt ohne Eintrag im Herstellerregister der BNDES verkauft sich in Brasilien ohne die günstigste Finanzierung. Die Schwelle liegt bei 50 Prozent brasilianischer Wertschöpfung. Unter Flávio schrumpft der Topf bei gleicher Schwelle, unter Lula bleibt beides, wie es ist.
CDen Kurs in beide Richtungen rechnen
Die Banken nennen für den Dollar eine Spanne von 4,50 bis 5,80 Real je nach Ausgang. Für eine Tochter, die in Real verdient und in Euro berichtet, ist das gut ein Fünftel Unterschied im ausgewiesenen Ertrag, bei unveränderter Leistung. Wer aus Brasilien exportiert, rechnet dieselbe Spanne mit umgekehrtem Vorzeichen.
05
Die europäische Rechnung
Woran Europa in Brasilien hängt
Am stärksten abhängig ist Europa heute beim Niob. Brasilien fördert rund 93 Prozent der Weltmenge, im Wesentlichen aus dem Tagebau von Araxá in Minas Gerais.26 83 Prozent der europäischen Ferroniob-Einfuhren kommen aus Brasilien, den Rest liefert Kanada, eigene Förderung hat die EU keine.27 Niob geht als Mikrolegierung in Baustahl, Pipelines und Karosserieblech, ein paar hundert Gramm je Tonne Stahl, und ersetzen lässt es sich in diesen Güten kaum. Das Rohstoffgesetz der EU führt Niob als kritischen Rohstoff. Für die strategischen Rohstoffe nennt es den Zielwert, dass kein Drittland mehr als 65 Prozent liefern soll, und Niob liegt mit 83 Prozent seit Jahren darüber. Das neue brasilianische Mineraliengesetz führt Niob namentlich auf, womit der Rohstoff mit der höchsten europäischen Konzentration unter dasselbe Prüfregime fällt wie die Seltenen Erden.
Anteil Brasiliens, je Warengruppe
Ferroniob
83 %der EU-Einfuhren
Orangensaft
75 %des Welthandels
Sojaschrot
50 %der EU-Einfuhren
Rohkaffee
41 %der deutschen Einfuhren
Eisenerz
19 %der EU-Einfuhren, Platz zwei hinter Kanada
Seltene Erden
< 1 %der EU-Einfuhren, bei 21 Mio. t Reserven
Die Bezugsgröße steht hinter jedem Wert, die Balken sind deshalb nur innerhalb ihrer Zeile zu lesen. Ferroniob und Eisenerz nach Eurostat, Sojaschrot nach Comext und Abiove, Rohkaffee nach Deutschem Kaffeeverband, Orangensaft nach USDA.26,27,28,29,30,31
Bei den Agrargütern verteilt sich die Abhängigkeit auf mehr Lieferanten, dafür geht es um größere Mengen. Brasilien lieferte 2025 rund die Hälfte des Sojaschrots, das die EU einführt, 11,7 Millionen Tonnen, und damit die Eiweißbasis der europäischen Tierhaltung.28 41 Prozent des deutschen Rohkaffees kamen 2024 aus Brasilien, bei einer Einfuhr von über einer Million Tonnen im Jahr.29 Drei Viertel des weltweit gehandelten Orangensafts stammen aus brasilianischer Ernte, größter Abnehmer ist die EU.30 Beim Eisenerz steht Brasilien mit 19 Prozent der EU-Einfuhren hinter Kanada auf Platz zwei.31
Diese Anteile bleiben, wie der 25. Oktober auch ausgeht. Beweglich sind die Bedingungen, zu denen die Ware nach Europa kommt, und drei davon entscheiden sich in den nächsten zwölf Monaten.
Das Abkommen und die Sperre
Seit dem 1. Mai 2026 gilt der Handelsteil von EU-Mercosur vorläufig. Über 15 Jahre fallen die Zölle auf 91 Prozent der EU-Exporte nach Südamerika, darunter der 35-Prozent-Zoll auf Autos und die Zölle auf Maschinen und Chemie; die EU öffnet im Gegenzug 92 Prozent ihrer Einfuhren aus dem Mercosur. Für die empfindlichen Agrarwaren deckelt das Abkommen die Mengen: 99.000 Tonnen Rindfleisch zu 7,5 Prozent Zoll, je 180.000 Tonnen Geflügel und Zucker sowie 650.000 Tonnen Ethanol.20 Der politische Teil des Abkommens braucht die Zustimmung des Europäischen Parlaments und aller 27 nationalen Parlamente. Argentinien und Uruguay haben ratifiziert, in Europa hat der Prozess begonnen und wird Jahre dauern.
Seit dem 3. September nimmt die EU kein Rindfleisch, kein Geflügel, keine Eier und keinen Honig mehr aus Brasilien an, weil Brasília aus Sicht der Kommission die Regeln zu Antibiotika in der Tierhaltung nicht ausreichend belegt. Im Mai hatte die EU Brasilien von der Liste der konformen Länder gestrichen, auf Druck der eigenen Landwirte und vier Monate nach der Unterzeichnung des Abkommens. 2025 war Brasilien mit 92.000 Tonnen und 713 Millionen Euro zweitgrößter Rindfleischlieferant der EU.21 Der Streit ist älter als der Wahlkampf, und die Sperre markiert die Stelle, an der die Ratifizierung angreifbar ist. Die Agrarverbände bekommen mit einem Bolsonaro im Planalto jedes Argument zurück, das sie 2019 gegen seinen Vater verwendet haben. Das Peterson Institute rechnet damit, dass eine Präsidentschaft Flávios die brasilianische Regierung aus europäischer Sicht wieder zum Haupthindernis der Ratifizierung macht.22
Der Nachweis, der am 30. Dezember fällig wird
Die zweite Bedingung steht im europäischen Recht und ist von Brasília unabhängig. Ab dem 30. Dezember 2026 müssen große und mittlere Unternehmen für Soja, Rind, Kaffee, Kakao, Palmöl, Kautschuk und Holz belegen, dass die Ware nicht von Flächen stammt, die nach dem 31. Dezember 2020 entwaldet wurden; für kleine Betriebe gilt der 30. Juni 2027. Der Beleg läuft über Geokoordinaten der Erzeugerfläche, eingereicht in einer Sorgfaltserklärung, und Brasilien ist als Standardrisiko eingestuft, was die volle Sorgfaltsprüfung bedeutet.32 Ein deutscher Röster oder Mischfutterhersteller muss die Kette bis zur Farm dokumentiert haben, bevor der erste Container nach dem Stichtag entladen wird, und zwar für Ware, die schon heute unterwegs oder eingelagert ist.
Auf die Frist hat Brasília keinen Einfluss, wohl aber auf die Behörden, die die Nachweise liefern. Die Nachweise stützen sich auf brasilianische Katasterdaten und auf die Satellitenauswertung des Forschungsinstituts INPE, und beides hängt an Etats und Personal. Unter Jair Bolsonaro gerieten die Umweltbehörden und die Veröffentlichung der Entwaldungszahlen unter politischen Druck, unter Lula weist das INPE seit 2023 sinkende Raten für den Amazonas aus.33 Die Haftung für die Angaben in der Sorgfaltserklärung liegt beim einreichenden Unternehmen.
Der Zollpfad nach Washington
Für den DACH-Raum zählt Brasilien zuerst auf der Importseite. Deutschland bezog 2024 Waren für 9,3 Milliarden US-Dollar, davon 2,1 Milliarden Kaffee, 1,5 Milliarden Erze, 0,7 Milliarden Zellstoff und 0,6 Milliarden Futtermittel.23 Wie schnell sich diese Ströme drehen, hat der Kaffee vorgeführt. Als die USA Brasilien im Sommer 2025 mit 50 Prozent belegten, wurde Deutschland mit 5,4 Millionen Sack und 13,5 Prozent der brasilianischen Kaffeeausfuhr zum größten Abnehmer.24 Im November 2025 nahm Washington Kaffee wieder von der Zollliste, und der Vorteil verschwand innerhalb einer Saison. Für Zucker, Stahl, Schuhe und Landmaschinen steht diese Kehrtwende noch aus, und sie hängt an einem Zollkompromiss, den nur eines der beiden Lager anstrebt.
Was ein Einkäufer daraus macht
DKritische Rohstoffe auf der Oxid- oder Metallstufe kontrahieren
Unter beiden Lagern wird der Export unverarbeiteten Erzes zum genehmigungspflichtigen Vorgang. Ein Vertrag, der auf Konzentrat lautet, hängt ab 2027 an einem Rat in Brasília oder an einem Abnahmevertrag mit Washington. Wer Verarbeitungsstufe, Herkunft und Endabnehmer schon heute im Vertrag führt, hat die Angaben beisammen, die das neue Gesetz ohnehin verlangt.
EFerroniob als eigene Einkaufsposition führen
Niob läuft in den meisten Häusern als Legierungszuschlag im Stahleinkauf mit und taucht in keiner Risikoliste auf, obwohl 83 Prozent der europäischen Einfuhren aus einem einzigen Land kommen. Seit September fällt der Rohstoff unter das brasilianische Prüfregime für strategische Mineralien. Wer Baustahl, Rohre oder Karosserieblech in längeren Kontrakten kauft, sollte beim Lieferanten abfragen, woher das Ferroniob stammt und welche Preisgleitklausel greift, wenn sich die Ausfuhrbedingungen ändern.
FGeodaten der Erzeugerflächen bis Ende Oktober einsammeln
Ab dem 30. Dezember 2026 braucht jede Sendung Soja, Kaffee, Rind, Kakao, Palmöl, Kautschuk und Holz die Koordinaten der Erzeugerfläche. Brasilianische Genossenschaften und Händler liefern diese Daten unterschiedlich verlässlich, und der Importeur haftet für die Erklärung. Die Abfrage gehört in die laufende Saison, weil Ware, die im Januar ankommt, heute schon kontrahiert wird.
GUmgelenktes Volumen als temporär führen
Zucker, Stahl und Landmaschinen kamen seit 2025 nur deshalb in größerer Menge nach Europa, weil der US-Markt zu war. Ein Kompromiss zwischen Brasília und Washington dreht das zurück, beim Kaffee hat die Ausnahme vom November 2025 vorgeführt, wie schnell. Laufzeiten und Mengenbindungen, die auf diesem Volumen aufbauen, gehören auf die Zeit nach dem 25. Oktober datiert.
HEigentümerklauseln bei Staatsunternehmen prüfen
Petrobras-Töchter, Banco do Brasil als Finanzierungspartner und staatliche Versorger stehen bei Flávio auf der Privatisierungsliste. Ein Eigentümerwechsel während der Laufzeit ändert Gegenpartei, Bonität und Ansprechpartner. Ohne Change-of-Control-Klausel wechselt mit der Privatisierung die Gegenpartei, und der Vertrag sieht das nicht vor.
IDen Zollplan vom politischen Teil trennen
Für Exporteure nach Brasilien läuft der Zollabbau seit Mai 2026 nach Fahrplan, unabhängig davon, wer im Januar 2027 den Planalto bezieht. Kippen kann der politische Teil, und mit ihm das Klima für Investitionen und Genehmigungen.
06
Was wir bis zum 25. Oktober beobachten
Der Fall Lulinha: Eine Anklage vor der Stichwahl wäre der erste ernsthafte Test, wie viel Antipetismo sich noch mobilisieren lässt; in den Umfragen vor dem Wahlgang hat die Akte Lula etwa einen Punkt gekostet.
Das Weiße Haus: Ob Washington vor dem 25. Oktober erneut Zölle oder Sanktionen ankündigt. Die 50-Prozent-Zölle von 2025 haben Lula in den Umfragen eher geholfen.
Banco Master: Die Ermittlungen laufen seit dem 11. September, und am 4. Oktober lag Flávio vorn. Offen ist, ob der Oberste Gerichtshof vor der Stichwahl weitere Schritte setzt.
Die Ausgeschiedenen: Zema hat am Wahlabend erklärt, er stehe in der Stichwahl gegen die PT; Santos und Cury unterstützen keinen der beiden, und Caiado will sich erst nach einem Gespräch mit PSD-Chef Gilberto Kassab festlegen. Zusammen halten die vier 7,6 Prozent der gültigen Stimmen, bei 1,87 Punkten Abstand zwischen den beiden Erstplatzierten.
Zwei Abstimmungen außerhalb des Wahlkampfs: Der Senat stimmt über das Ende der 6x1-Regel ab, sobald es einen Termin gibt, bei 53 gezählten Stimmen und 49 nötigen; die EU-Mitgliedstaaten entscheiden über die Wiederzulassung brasilianischer Tierprodukte, wo Geflügel nach der Prüfung als Erstes zurückkommen könnte und Rindfleisch länger dauert.
Der 10. November
Gut zwei Wochen nach der Stichwahl, am 10. November, läuft die Aussetzung der chinesischen Exportkontrollen auf Seltene Erden aus.25 Verlängert Peking sie nicht, fällt die Entscheidung über brasilianisches Oxid in dieselben Wochen, in denen in Brasília eine Regierung gebildet wird.
Sprechen wir über Ihre Lieferanten in Brasilien
Lieferantenbasis, Laufzeiten, Zollpfade und Standortkosten gegen beide Lager rechnen, bevor der 25. Oktober eines davon festlegt.
Dr. Matheus de Freitas CecílioPolitische Ökonomie, Lateinamerika & China
Dr. Matheus de Freitas Cecílio
Analysiert Sanktionen, KYC und Kreditrisiken bei Danske Commodities und ist Research Analyst bei Eurasia Strategy Insights. Promotion in Internationaler Politischer Ökonomie an der UFRJ über Chinas Entwicklungsmodell und sein Verhältnis zu den USA. Lebt in São Paulo.
Leitet Pangea Intelligence und schreibt darüber, wie Geopolitik auf Lieferketten durchschlägt, mit Fokus auf kritische Abhängigkeiten und Nearshoring-Dynamiken.
Quellenverzeichnis
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Amcham Brasil auf Basis MDIC / Comex Stat - Anteil der USA und Chinas an den brasilianischen Exporten, erstes Halbjahr 2026 (via Rio Times, Juli 2026)
MDIC / CEBC - Brasilianische Exporte nach China 2025: Soja 77 Prozent, Eisenerz 67 Prozent der jeweiligen Ausfuhr
Conselho Empresarial Brasil-China (CEBC) - Investimentos Chineses no Brasil 2025, Mai 2026: 6,1 Mrd. USD, 10,9 Prozent der chinesischen Auslandsinvestitionen
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Supremo Tribunal Federal - Urteil gegen Jair Bolsonaro, September 2025 (27 Jahre und 3 Monate); Verlegung in den Hausarrest, März 2026 (AP / PBS NewsHour)
USGS - Mineral Commodity Summaries 2026, Rare Earths: Reserven und Weltproduktion 2024
Serra Verde - Unternehmensangaben zur Produktion in Pela Ema, Goiás; Investing News Network, 2026
Política Nacional de Minerais Críticos, Estratégicos e Terras Raras, von Präsident Lula am 16.09.2026 unterzeichnet; Steuergutschriften von 5 Mrd. BRL mit Laufzeit 2030 bis 2034, Garantiefonds FGAM mit 2 Mrd. BRL; erfasst unter anderem Lithium, Niob und Seltene Erden (Agência Senado, Câmara dos Deputados, Reuters, September 2026)
Catherine Osborn - How Flávio Bolsonaro Sees the World, Foreign Policy, 21.09.2026
Amado Mundo, 12./13.09.2026, und South China Morning Post, 14.09.2026 - Papier aus dem Umfeld Flávio Bolsonaros an das Rockbridge Network, datiert 19.03.2026
EZB - Economic Bulletin 6/2025, Box zur Seltenerd-Exposition europäischer Unternehmen
Tribunal Superior Eleitoral - Divulgação de Resultados, erster Wahlgang vom 04.10.2026, Stand 05.10.2026 bei 99,99 Prozent der Wahlurnen: Gültige Stimmen je Kandidat, Wahlbeteiligung 78,92 Prozent, leere und ungültige Stimmen; Datafolha (28.09. bis 01.10.2026, 2.506 Befragte, BR-08039/2026), AtlasIntel/Bloomberg (23. bis 28.09.2026, 5.005 Befragte), Quaest (24. bis 27.09.2026, 2.004 Befragte), Meio/Ideia (25. bis 28.09.2026, 2.000 Befragte); Erklärungen von Cury, Zema, Santos und Caiado am Wahlabend (Terra, 04.10.2026); Nexus für BTG Pactual (28. bis 30.08.2026, 2.005 Befragte) - Stichwahl-Präferenz der Wähler von Cury, Caiado, Santos und Zema (Revista Cenarium)
Câmara dos Deputados, 27.05.2026 - PEC 221/2019 zum Ende der 6x1-Regel, 472 zu 22 und 461 zu 19 Stimmen, 44 auf 40 Wochenstunden mit zwei Ruhetagen, Übergang über 42 Stunden; Senado Federal, CCJ 02.09.2026 und Obstruktion im Plenum (Agência Brasil); Lei zur Einkommensteuerbefreiung bis 5.000 BRL, in Kraft seit 2026
Polícia Federal / STF - Ermittlungen zu Roberta Luchsinger und Fábio Luís Lula da Silva (O Tempo, 23.09.2026; GP1, 21.09.2026)
BYD - 100.000 Fahrzeuge aus Camaçari, Juli 2026 (CleanTechnica, 27.07.2026)
USTR - Section 301 Brazil, 25 Prozent ab 22.07.2026, plus 12,5 Prozent Forced-Labor-Regime; Ausnahmeliste mit über 2.100 Zolltariflinien; PIIE, 2026
STF - Freigabe der Akten im Fall Banco Master, 11.09.2026 (AP, Al Jazeera, Bloomberg)
Americas Quarterly - Brazil: Meet the Candidates 2026
Europäische Kommission - Aussetzung der Einfuhr von Rindfleisch, Geflügel, Eiern und Honig aus Brasilien ab 03.09.2026 (Agence Europe, Euronews)
Peterson Institute for International Economics - Why a scandal in Brazil may be good news for EU-Mercosur, 2026
UN Comtrade - Germany imports from Brazil 2024 (via Trading Economics)
Cecafé - Brasilianische Kaffeeexporte 2025 nach Zielland (Coffee Geography Magazine, 01.03.2026); US-Ausnahme für Kaffee und weitere Agrarprodukte, November 2025 (Supply Chain Dive)
MOFCOM/GAC - Ankündigungen Nr. 55-58, 61 und 62 (Oktober 2025) zu Exportkontrollen auf Seltene Erden, Aussetzung bis 10.11.2026 durch Ankündigung Nr. 70 (November 2025)
USGS - Mineral Commodity Summaries 2026, Niobium: Brasilien rund 93 Prozent der Weltförderung, Kanada rund 5 Prozent; Produktionsstandort Araxá, Minas Gerais
Eurostat / Europäische Kommission - Einfuhren von Ferroniob in die EU nach Herkunft (Brasilien 83 Prozent, Kanada 17 Prozent); Verordnung (EU) 2024/1252 über kritische Rohstoffe, Zielwert von höchstens 65 Prozent je Drittland
Europäische Kommission (Comext) und Abiove - EU-Einfuhren von Sojaschrot 2025, Anteil Brasiliens rund 50 Prozent, 11,7 Mio. Tonnen
Deutscher Kaffeeverband und Statistisches Bundesamt - Rohkaffeeeinfuhren Deutschlands 2024: 516.000 Tonnen aus Brasilien, rund 41 Prozent der Menge
USDA FAS - Citrus: World Markets and Trade, Saison 2025/26; brasilianischer Anteil am Welthandel mit Orangensaftkonzentrat rund drei Viertel, EU als größter Abnehmer
Eurostat, Auswertung IndexBox - Eisenerzeinfuhren der EU 2025: Kanada 34,9 Prozent, Brasilien 19,1 Prozent, Ukraine 15,9 Prozent
Verordnung (EU) 2023/1115 über entwaldungsfreie Lieferketten - Anwendung ab 30.12.2026 für große und mittlere Unternehmen, ab 30.06.2027 für kleine; Brasilien in der Länderklassifizierung als Standardrisiko; Vereinfachungspaket der Kommission 2026
INPE - PRODES und DETER, Entwaldungsraten im brasilianischen Amazonasgebiet; Auseinandersetzung um die Veröffentlichung der Daten 2019
Tribunal Superior Eleitoral - Ergebnis der Stichwahl vom 30.10.2022 und des ersten Wahlgangs vom 04.10.2026 je Bundesstaat (Divulgação de Resultados, Stand 05.10.2026)
IBGE - Malhas territoriais, API v3, Bundesstaatsgrenzen in minimaler Auflösung, abgerufen am 02.10.2026
Banco Central do Brasil - Sistema Gerenciador de Séries Temporais: Serie 21619 (Euro, PTAX Verkauf, Tageswerte) und Serie 432 (Meta Selic), abgerufen am 02.10.2026
Supremo Tribunal Federal - ADI 5624, Plenum vom 06.06.2019: Veräußerung der Aktienkontrolle einer Muttergesellschaft nur mit gesetzlicher Ermächtigung und Ausschreibung; Verfassung Art. 60 § 2 und Art. 69
Câmara dos Deputados - Bancadas partidárias nach der Wahl 2022 (PL 99, Federação Brasil da Esperança 80, União 59, PP 47, MDB 42, PSD 42, Republicanos 41, PSDB-Cidadania 18, PDT 17, PSB 14, PSOL-Rede 14, Podemos 12, übrige 28); Agência Senado, 31.10.2022 - Senat nach der Wahl 2022 (PL 14, PSD 11, MDB 10, União 10, PT 9); Tribunal Superior Eleitoral - Divulgação de Resultados, Wahl vom 04.10.2026, Sitze je Partei und Föderation in der Abgeordnetenkammer, Stand 05.10.2026 (PL 121, Federação Brasil da Esperança 88, União Progressista 87, PSD 43, Republicanos 41, MDB 36, Podemos 27, PSB 15, PSOL-Rede 15, PSDB-Cidadania 11, Novo 10, Renovação Solidária 7, PDT 6, Avante 5, Missão 1); CNN Brasil, 05.10.2026 - Senat ab 2027 (PL 28, PT 9, MDB 8, PP 6, Republicanos 6, PSD 5, União 5, PSB 4, Novo 3, übrige 7)
GTAI - Wirtschaftsstandort Brasilien, 18.10.2024 (rund 1.600 Unternehmen mit deutschem Kapital, rund 10 Prozent der industriellen Wertschöpfung); AHK São Paulo; Deutsche Bundesbank - Bestandsangaben über Direktinvestitionen, 30.04.2026, Stand Ende 2024 (unmittelbar 18,8 Mrd. Euro netto; nach erster operativer Einheit 675 Unternehmen, 246.000 Beschäftigte, 64,8 Mrd. Euro Umsatz); Eurostat, 05.11.2025 - EU-Direktinvestitionsbestand in Brasilien 2024: 276 Mrd. Euro; WKO - Wirtschaftsbericht Brasilien, September 2026
CNI, 23.02.2026 - Redução da jornada de trabalho: Mehrkosten 178 bis 267 Mrd. BRL im Jahr, Industrie bis 11,1 Prozent der Lohnsumme (58,5 bis 87,8 Mrd. BRL); Ipea - Nota técnica, Februar 2026: Arbeitskosten plus 7,84 Prozent, Betriebskosten in Industrie und Handel unter 1 Prozent; Flávio Bolsonaro zur PEC (Metrópoles, 01.09.2026); Lula - Regierungsprogramm beim TSE, 08.08.2026
Banco Central do Brasil - Copom, 281. Sitzung, 16.09.2026: Selic 13,75 Prozent; Focus-Umfrage, September 2026: 13,50 Prozent zum Jahresende; Estatísticas fiscais, 30.09.2026: Bruttoschuld des Staates 82,9 Prozent des BIP im August 2026; IBGE - IPCA August 2026, 4,22 Prozent in zwölf Monaten
PIIE - Monica de Bolle, Brazilians will go to the polls without a plan for economic policies, 30.09.2026 (Zinslast 8,7 Prozent des BIP, Nominaldefizit 9,3 Prozent); Bloomberg, 10.09.2026 - Traders unwind Brazil real hedges; ING - Latam FX Talking, 07.09.2026; Rio Times, 29.09.2026 - Einschätzungen von Goldman Sachs, JPMorgan und Citi; Wahlprogramm Flávio Bolsonaro beim TSE, 13.08.2026 (Gazeta do Povo, Correio Braziliense)
BNDES - Finame BK, Konditionen (Taxa do BNDES 0,95 Prozent, bis zehn Jahre); Credenciamento de Fabricantes Informatizado, Methodik seit 03.12.2018 (Índice de Credenciamento mindestens 50 Prozent, Índice de Estrutura do Produto mindestens 30 Prozent; Abimaq); TLP, fester Anteil Oktober 2026: 8,12 Prozent; BNDES - Desembolsos 2025: 169,7 Mrd. BRL, erstes Halbjahr 2026: 74,8 Mrd. BRL; Mercadante (27.09.2026)
MDIC - Nova Indústria Brasil, 22.01.2024 (300 Mrd. BRL bis 2026) und 140 Mrd. BRL zusätzlich bis Dezember 2026 (Juni 2026); Lei 14.902/2024 - Programa Mover, Steuergutschriften 3,5 bis 4,1 Mrd. BRL je Jahr 2024 bis 2028
Gecex, 23.06.2026 - Einfuhrzoll auf elektrifizierte Fahrzeuge: 35 Prozent ab 01.07.2026 für montierte Fahrzeuge und SKD, CKD 14 Prozent bis 31.12.2026 und 35 Prozent ab 01.01.2027, zollfreie Quote 463 Mio. USD für sechs Monate (Agência Brasil)
BYD Camaçari - 100.000 Einheiten, 16.07.2026 (AutoData); Kapazität und Ziele (Jornal Grande Bahia, Juli 2026); Zuliefererkampagne mit Sindipeças und Abipeças, 20.08.2025, und Stand 2026 (A Crítica); GWM - Ein Jahr Iracemápolis, August 2026; Caoa Chery - Ausbau Anápolis und Changan, 26.03.2026 (AutoData); ABVE - Emplacamentos August 2026; Hybride nach Marken Januar bis August 2026
EC 132/2023 und LC 214/2025 - Übergangskalender der Steuerreform; LC 227/2026 - Comitê Gestor do IBS; Resolução CGIBS Nr. 14, 29.07.2026 - Referenzsatz 27,91 Prozent als Haushaltsparameter 2027; Receita Federal und CGIBS, August 2026 - Split Payment für B2B ab 2028; NT 2025.002 - Felder IBS und CBS in der NF-e seit 01.01.2026
Gecex, Resolução 852 und 853, Februar 2026 - Zollstaffel auf Kapitalgüter 7,2, 12,6 und 20 Prozent, Ex-Tarifário-Übergang; Europäische Kommission - Factsheet zur vorläufigen Anwendung des EU-Mercosur-Abkommens, 30.04.2026; Siscomex - Entrada em vigor Mercosul-UE, Decreto 12.953/2026, Portarias SECEX 490 bis 492
Bildnachweise: Lula da Silva, offizielle Aufnahme vom 08.08.2026, Ricardo Stuckert, CC BY-SA 4.0. Flávio Bolsonaro, 30.04.2026, Ton Molina / Agência Senado, CC BY-SA 4.0. Jair Bolsonaro, 21.07.2025, Senado Federal, CC BY-SA 4.0. Wahlgeräte-Porträts von Flávio Bolsonaro, Augusto Cury, Ronaldo Caiado, Renan Santos und Romeu Zema: Tribunal Superior Eleitoral, CC BY 4.0. Alle über Wikimedia Commons. Titelbild: Unsplash. Videos: Pexels.